Montag, Juni 26, 2006

Auswirkungen von Tränengas

Nachdem ich in meinem "Luftablass-Post" über den Freitagabend am Bellevue berichtet habe und ich mich auch am Samstag irgendwie noch havariert gefühlt habe von diesem Topeinsatz der Stadtpolizei, habe ich mich einmal informiert über Reizgas oder auch genannt Tränengas und Distanzmittel. Auch wenn der Tagesanzeiger heute darüber berichtet und ich lese, dass die Polizei jegliche Kritik über den genannten Einsatz von sich weisst, begreiff ich noch immer nicht wieso es überhaupt soweit kommen konnte. Ein Tramhäuschen hätte einstürzen können weil sich dort oben betrunken Fans und Randalierer aufgehallten haben. Doch wie kamen die überhaupt da rauf? Hätte nicht schon vorher das ganze verhindert werden können. Müssen Eltern mit Ihren Kindern und andere Personen, die sich ganz normal über den Sieg der Schweiz gefreut haben, dafür büssen?

Tränengas, Reizgas, Distanzmittel. All das klingt viel zu harmlos für diese chemische Waffe, die gemäss Völkerrecht "im Krieg" verboten ist, zur Bekämpfung der "eigenen" Bevölkerung aber weltweit eingesetzt wird. Schon geringste Mengen Tränengas können heftige Reaktionen auslösen. Bei direkten Augentreffern kann allein das Auftreffen der Kristalle zu Verletzungen der Hornhaut führen. Es ist bekannt, dass Tränengas auch ein starkes Engegefühl in der Brust auslöst und Menschen lähmen kann, so dass sie nicht mehr fähig sind, aus dem Gasbereich zu fliehen. Tränengas löst das Gefühl aus, keine Luft mehr zu bekommen, was zu Panik führen kann.

Der Kontakt mit Tränengas führt zu: Augenbrennen und -stechen, Tränenfluss, Fremdkörpergefühl und krampfhaftem Lidschluss, gefolgt von einer mehrstündigen, vorübergehenden Bindehautreizung; Niess- und Hustenreiz, Nasenlaufen, verstärktem Speichelfluss, Mund- und Zungenbrennen, Beklemmungsgefühl und Atemnot; Hautbrennen, Hautrötung oder Verätzungen mit möglicher Blasenbildung; Durchfall, Angstgefühle, Unsicherheit, Lethargie, Müdigkeit, panische Reaktionen, massive Erhöhung des Blutdrucks. Durch anhaltende Aufnahme in geschlossenen Räumen, bei mangelnden Fluchtmöglichkeiten oder bei vertiefter Atmung (Flucht, Rennen) kann Tränengas bis in die Lungenbläschen gelangen. Dann kommt es zum toxischen Lungenoedem, zum Übertritt von Blutflüssigkeit in die Lungen. Ohne umgehende Behandlung kann dies tödlich sein.

Und da soll mir jemand erklären, wie das ein Kleinkind, auf dem Rücken seines Vaters ohne schaden überlebt. Ich bin kein Spezialist und hüte mich davor Ratschläge zu geben. Doch ich bin überzeugt, aufgrund dessen dass eine Menschenmenge von verschiedenen Interessen gefüllt ist, dass es noch andere Möglichkeiten gibt und gezielter gegen alkoholisierte Randalierer vorzugehen.

Im Beitrag von Tagesanzeiger wird auch über folgendes Berichtet:

[..] Folgen hat die WM-Euphorie auch für andere Sportanlässe. So wurde in
Winterthur der heutige Inlineskate-Anlass kurzfristig abgesagt - wegen der
«chaotischen Zustände», die von WM-Siegesfeiern ausgelöst werden, wie die
Veranstalter mitteilen. [..]

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

leider läuft das fast immer so ab. die polizei scheint nicht fähig zu sein, mit einem dutzend störenfrieden fertig zu werden. erinnere mich noch gut an die bauerndemo auf dem bundesplatz in bern. eine handvoll chaoten haben es fertig gebracht, dass die polizei die ganze demo mit tausenden von bauern, mittels tränengas aufgelöst hatte. es waren zwar hunderte von polizisten im einsatz, aber mit 20 chaoten wurden die nicht fertig. immer dasselbe, kollateralschäden halt...halt....

vonallmen hat gesagt…

Ja traurige Sache. Schade nur dass es immer schlimmer wird und aussenstehende ebenfalls Schaden davon tragen.